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Ich hätte es wissen müssen...


Im Leben jedes einzelnen kommt irgendwann der Punkt, an dem wir uns eine Frage stellen: "War das jetzt? Was möchte ich eigentlich? Wer bin ich?  Warum bin ich hier? Wollte ich das wirklich aus freien Stücken?"


Vielleicht denken sie: "Na! Wilde Nacht gehabt?". Nein. Das ist mein Leben.


Tatsache ist, dass ich fast 43 Jahre alt bin und ich bin total unzufrieden mit mir selbst. Aber warum? Ich bin verheiratet, habe 2 Söhne, habe die Natur ausgetrickst - war nur einmal schwanger. Ich habe einen Job mit dem ich nebenbei ein bisschen Geld verdiene. Für meine eigentliche Arbeit zahlt mir ja niemand. Ich bin Hausfrau und Mutter, so wie Millionen andere. Mein Mann treibt mich in den Wahnsinn, die Kinder unterstützen ihn nach Kräften. Und ich muss sagen, dass die drei ein super Team sind.



Früher als die Jungs noch im Kindergarten waren, hatte ich den Verdacht, dass es da Seminare gab: "Wie mache ich meine Mami fertig?" oder "Wie pinkelt man im Klo daneben?". Ganz besonders gründlich wurde das Thema: "Wie du auf gar keinen Fall abends friedlich einschläfst  " behandelt. Meine Kinder nahmen an allen Seminaren mit großem Erfolg teil.


 


Ich war immer der Meinung: Zeige den Kindern was richtig ist und sie werden es einsaugen und genauso machen. Das war der größte Fehler meines Lebens. Handtücher liegen grundsätzlich auf dem Boden. Wenn ich sauer bin, dann mache ich keine Sachen kaputt, wenn ich ein Spielzeug kaufen will und nicht darf, weil  der Schrank nicht mehr zugeht, schreie ich trotzdem nicht und sitze dabei ganz bestimmt nicht unter dem Tisch. Doch meine Kinder sind an diesen Regeln überhaupt nicht interessiert. Die beide sitzen gerne unter dem Tisch und

chreien dabei, so als ob sie  vom Teufel selbst attackiert werden. Doch der arme Teufel  konnte bei meinen Jungs noch etwas lernen.


 


Als ich glückliche Mutter dieser beiden engelhaft aussehenden Jungs wurde, die allerdings überhaupt nicht engelhaft Tag und Nacht schrieen, und mein Mann sich glücklich schätzte morgens arbeiten gehen zu dürfen, sagte man mir: "Nur Geduld, bald laufen sie, dann schlafen sie auch besser und du kommst dann zu Ruhe" . Ich schöpfte die Hoffnung, dass meine Gesichtsfarbe  doch nicht ewig grün bleiben wird, doch die Zukunft lernte mich anders. Entweder hatten diese Leute keine Kinder und hatten einfach keine Ahnung, oder sie wurden von der Kindererziehung  so in Mitleidenschaft gezogen, dass sie nur überlebten, weil sie am Gedächtnisschwund litten. Denn als meine Kinder fingen an zu laufen, wünschte ich, dass mir noch ein paar Augen, Arme und Beine wachsen würden. Meine Söhne wollten grundsätzlich in verschiedene Richtungen, kein Zaun war zu hoch, keine Pfütze zu tief, kein Baum zu groß, keine Ruhe im Sicht. Ich war mir sicher, Mount Everest wäre von den beiden nicht sicher. Meine Gesichtsfarbe wurde tiefgrau aber ich wusste genau, dass irgendwo tief in diesen zwei schwarzen

Höllen meine Augen waren, und ich erinnerte mich, dass sie früher blau waren.


 


Die Menschen auf der Strasse waren stets entzückt: "Ach, sind die beide süß, sind das Zwillinge, wie halten sie die auseinander, OHHH ich wollte immer Zwillinge haben, liegt das bei Ihnen in der Familie........?"


 


In der Verwandtschaft meines Mannes gab es Zwillinge, meine Schwiegermutter hatte so manche Gruselgeschichte zu berichten.


 

In meiner Verwandtschaft gab es Drillinge, also ich hatte eigentlich Glück, denn ohne dritte Brust hätte ich ein echtes Problem gehabt.

Ich musste schon sehr mitleiderregend ausgesehen haben, denn dann sagten die Menschen zu mir: "Warte erst mal ab, ...“. Aber da hörte ich nicht mehr zu.

Die Kinder sind jetzt 21Jahre alt. Wir haben die Kindergartenzeit überstanden, und das keine der Erzieherinnen ihr Beruf aufgegeben hat, betrachte ich als großen Erfolg. In der Schule sind alle Lehrkräfte noch bei Verstand und am Leben.  Der Eine hat ausgelernt und arbeitet, die Firma ist noch nicht pleite, der Andere lernt noch, ich bete jeden Tag.....Ab und zu schau ich Videoaufnahmen meiner Jungs und denke mit den Tränen in den Augen: „Mein Gott sind die süß!“. Ich liebe meine Kinder und ich danke jeden Tag dem Gott, dass ich die beide  geschenkt bekommen habe.





 

Heute morgen traf ich eine junge Mutter mit einem Zwillingskinderwagen, ich habe ihr zugelächelt und viel Glück gewünscht.

 

 

 

 

13.6.15 17:07
 
Letzte Einträge: Sei eine Göttin, (H)exe ein bisschen... , Wundermittellchen, Fragen und Antworten, Nichts ist wichtig.... Errinnerungen aus dem Schulleben meiner Jungs, Sei eine Göttin, (H)exe ein bisschen... Fortsetzung


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